Vom 8. – 10. September 2017 besucht eine Arbeitsgruppe der Akademie für angewandte Vegetationskunde (Witten) den See. Sie wird der Frage nachgehen, ob sich hinter dem Naturschutzwert noch ein anderer, weitaus größerer Wert verbirgt, der auf einer heute wenig thematisierten Ebene liegt. Sie wendet dazu die Methode der goetheanistischen Phänomenologie an, eine Methode, die sowohl naturwissenschaftlich-exakte als auch ästhetisch-intuitive Elemente enthält und beide zu einer Ganzheit verbindet. Auf diese Weise wird die Gruppe versuchen, sich der herausragenden Besonderheit des Wollingster Sees zu nähern und ihn als „Kraftort“ oder sogar als „spirituellen Ort“ zu erfassen.

Im Rahmen dieser Wochenend-Veranstaltung bietet der Leiter der Akademie für angewandte Vegetationskunde, PD Dr. Hans-Christoph Vahle, zwei der Vorträge öffentlich an:

Freitag 8.9.2017, 19:00 Uhr, Gasthof Plate, Wollingst:

„Die Vegetation des Wollingster Sees“

Drei hochgradig seltene Wasserpflanzen bildeten früher die typische Vegetation der nordwestdeutschen Heideseen: Strandling, Lobelie und Brachsenkraut – niedrige, binsenartige Pflanzen, die den Gewässergrund bis 4 m Tiefe in dichten Rasen überzogen. Sie sind inzwischen fast überall durch Eutrophierung, Vernichtung der Heidelandschaften und in letzter Zeit auch durch falschen Fischbesatz verschwunden. Im Wollingster See hatten sie sich noch am längsten erhalten. Der Vortrag stellt die Pflanzen ausführlich vor und beschreibt ihre notwendigen Lebensbedingungen und ihr Lebensumfeld.

Sonntag 10.9.2017, 10:30 Uhr, Gasthof Plate, Wollingst:

„Der Wollingster See – Vermittler zwischen Himmel und Erde“

Neben seinem besonderen Naturschutzwert hat der Wollingster See noch einen weiteren, darüber hinausgehenden Wert, der unserem normalen Alltagsbewusstsein nicht ohne weiteres zugänglich ist. Ändert man jedoch den Blickwinkel, kann man abenteuerliche Zusammenhänge erleben; dann zeigt sich der Wollingster See als „spiritueller Ort“, an dem sich Himmel und Erde intensiv verbinden. Diesen Vortrag hatte H-C. Vahle bereits vor einem Jahr in Wollingst gehalten, woraus dann eine gleichnamige Broschüre entstanden ist.