Wie auch ursprünglich bei der Heidebauernwirtschaft weiden Heidschnucken am Wollingster See die Heidesträucher ab und verhindern den Jungwuchs von Sträuchern und Bäumen. Durch den ständigen Verbiss der Heidesträucher sorgen die Heidschnucken für eine Verjüngung und somit den Erhalt der Heide. Wie die Heidschnucken sind auch Ponys sehr robust, sie stellen geringe Ansprüche an ihre Unterbringung und kommen mit den geringen Nährstoffen der Heidepflanzen aus.

Die Graue Gehörnte Heidschnucke (Landschaf)

Die graue gehörnte Heidschnucke ist die älteste und kleinste deutsche Schafrasse. Sie stammt nicht etwas wie die meisten Schafrassen vom Russischen Wildschaf (Arkal), sondern von dem Europäischen Wildschaf (Mufflon) ab, das ursprünglich auf Korsika und Sardinien beheimatet war. So ist sie genügsamer und kleiner und ihr Fleisch zeichnet sich durch einen wildartigen Geschmack aus. In den 70/80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Romanow-Schafe eingekreuzt wodurch die Heidschnucken-Haltung wirtschaftlicher geworden ist. Heute betrachtet man diese Einkreuzung aber sehr kritisch, weil dadurch eine alte Haustierrasse verfälscht wurde, die mittlerweile sogar zu den bedrohten Haustierrassen zählt.

Die Heidschnucke ist so widerstandsfähig, dass sie das ganze Jahr im Freien gehalten werden kann und so anspruchsvoll, dass sie auch in der kargen Heidelandschaft zurecht kommt. Vermutlich wurden schon in der Bronzezeit Heidschnucken in der Heide gehalten. Besonders geeignet für die Landschaftspflege ist die Heidschnucke zudem durch ihr geringes Gewicht (Altböcke: 65-85kg, Schafe: 40-45kg) und ihre sehr zarten Beine, wodurch keine bedeutenden Schäden durch Vertritt verursacht werden.

Beide Geschlechter tragen Hörner. Dabei sind die Hörner der Böcke schneckenartig und kräftig ausgebildet, die der Mutterschafe sichelartig nach hinten gebogen. Die Heidschnucke ist ein selbstlammendes Schaf; die pechschwarzen, kleingelockten Lämmer werden in den Monaten März bis Mai geboren. Gegen Ende ihres ersten Lebensjahres beginnen die Lämmer ihr Äußeres zu verändern und nach der ersten Schur (April-Mai) bekommen sie das typische silbergraue bis dunkelgraue Vlies, wobei Kopf, Brustlatz und Beine und der rassebdingte kurze Schwanz (kein Kupieren!) schwarz bleiben. Das Fell der Heidschnucke ist wegen seiner attraktiven Zeichnung und Strapazierfähigkeit sehr beliebt.

Ponys

Zur Landschaftspflege mit Ponys werden ausschließlich sog. Robustpferde eingesetzt. Damit sind Ponys gemeint, die aufgrund ihrer körperlichen Konstitution geeignet sind, in dem hiesigen mitteleuropäischen Klima in ganzjähriger Offenstall- oder Weidehaltung gehalten zu werden. Solche Ponys haben ein dichtes, regenabweisendes Fell und einen dichten Schweifaufsatz (sog. Regenhaube). Zudem sind sie leichtfuttrig, d.h. dass eine Zufütterung von Getreideprodukten (Kraftfutter) bei einer reinen Weidehaltung nicht notwendig ist. Bei geringer Belastung können sie ihren Nahrungsbedarf sogar größtenteils aus rohfaserreichem Gras decken. Meist neigen diese Ponys bei geringer Belastung schon auf normaler Weide zum übermäßigen Fettansatz, was schnell zu gesundheitlichen Problemen wie Fettleibigkeit, Sommerekzem oder Hufrehen führen kann.

Pferde sind aufgrund ihrer Schneidezähne in Ober- und Unterkiefer in der Lage, Pflanzenbestände extrem kurz zu begrasen. Dabei verhalten sie sich bei der Futteraufnahme hoch selektiv und können bevorzugte Nahrungspflanzen gezielt auswählen.